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Verkehrsentwicklungsplan Bremerhaven 2030: Bremerhaven muss als "Klimastadt" die Weichen in Richtung Verkehrswende stellen

Verbände: Standardisierte Bewertung für die Straßenbahn auf den Weg bringen

Bremerhaven, 14.11.2017. "Wenn wir es mit den Zielen Lebensqualität und Klimaschutz für Bremerhaven ernst meinen, müssen wir jetzt die Weichen in Richtung Verkehrswende stellen. Dazu müssen wir den Öffentlichen Nahverkehr zu einer echten Alternative zum Auto weiterentwickeln." Dies ist für Jens Volkmann vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) und Gisela Wiegel vom Nord-Süd-Forum Bremerhaven ein zentraler Baustein bei der Erstellung des Verkehrsentwicklungsplans 2030.

Tram lässt Autofahrer umsteigen

"Um die ambitionierten Ziele einer 'Klimastadt' auch im Verkehrssektor zu erreichen, brauchen wir eine Verdoppelung des ÖPNV-Anteils am Gesamtverkehrsaufkommen", sagt Volkmann. "Dazu müssen wir den Öffentlichen Nahverkehr zu einer echten Alternative zum Auto weiterentwickeln. Das wird nur mit einer modernen Straßenbahn gelingen." Volkmann nennt auch den Grund dafür: "Die Straßenbahn animiert aufgrund ihres Fahrkomforts signifikant mehr Autofahrer auf den ÖPNV umzusteigen als der Bus. Das belegen zahlreiche empirische Studien, in denen bei Umstellungen von Bus auf Straßenbahn Vorher-Nachher-Vergleiche vorgenommen wurden. Fahrgaststeigerungen von 100 Prozent und mehr sind hier durchaus üblich". Wiegel nennt weitere Vorzüge der Tram: "Sie verfügt über die doppelte Kapazität eines Gelenkbusses, fährt vor Ort völlig abgasfrei, verbraucht bei durchschnittlicher Besetzung im Vergleich zum Auto nur ein Fünftel der Energie und verkehrt bei Versorgung mit Strom aus regenerativen Energien klimaneutral - also ohne CO2-Emissionen!"

"Seit Jahrzehnten wird in Bremerhaven nur auf den Autoverkehr gesetzt. Das ist völlig kontraproduktiv im Hinblick auf das Ziel, den CO2-Ausstoß im Verkehrssektor deutlich senken zu wollen. Und eine lebens- und liebenswerte Stadt für die Menschen ist so mit Sicherheit nicht zu realisieren", sagt Gisela Wiegel. "Eine 'Kiimastadt', in der der Autoverkehr dominiert, ist völlig unglaubwürdig."

Aufwertung des öffentlichen Raums durch grüne Fahrwege

Zugleich sei die Tram aber auch ein hervorragendes Instrument der Stadterneuerung und -verschönerung. Das werde nirgends so deutlich wie bei der Ausführung der Trasse als Rasengleis. So werde der öffentliche Raum deutlich aufgewertet und der Fahrweg zur ökologischen Ausgleichsfläche. Das ist nur bei der Straßenbahn möglich", betont Volkmann. "An unserem neuen Visualisierungsbeispiel Wulsdorf Mitte kann man sehen, wie dieses leistungsfähige Verkehrsmittel einem vom Autoverkehr erstickten Stadtteilzentrum zu neuem Leben verhelfen kann."

Standardisierte Bewertung für Straßenbahn als zentrales Element der Verkehrsentwicklungsplanung

"Um abschätzen zu können, mit welchen Zuschüssen die Stadt Bremerhaven von Bund, Land und Europäischer Union beim Bau der Straßenbahn rechnen kann, muss die 'Standardisierte Bewertung von Verkehrsinvestitionen des öffentlichen Personennahverkehrs' jetzt auf den Weg gebracht werden", sagt Volkmann. "Diese volkswirtschaftliche Untersuchung ist ein zentrales Element der Verkehrsentwicklungsplanung. Bei einem positiven Ergebnis kann Bremerhaven mit einer Förderung in dreistelliger Millionenhöhe rechnen."

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