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Mehr Fahrgäste – weniger Autoverkehr

Die Einführung einer neuen Straßenbahn ist natürlich kein Selbstzweck. Vielmehr soll sie für einen wesentlich attraktiveren öffentlichen Nahverkehr und damit auch für wesentlich mehr Fahrgäste sorgen. Für das Erreichen dieses Ziels stehen vielerlei Qualitätsvorteile gegenüber dem Busverkehr: eine hohe Laufruhe und ruckfreies Anfahren, geräumige Fahrzeuge mit mehr Sitzplätzen, viel Platz auch für Fahrgäste mit Gepäck oder Kinderwagen, höhengleicher Zustieg für Mobilitätseingeschränkte, größere Kapazitätsreserven in den Hauptverkehrszeiten sowie in Verbindung mit zeitgemäßer Verkehrsleittechnik eine zügige Betriebsführung. Dazu kommt der psychologische Vorteil, dass Straßenbahnen mit ihrer Gleis- und Haltestelleninfrastruktur im Stadtbild sichtbar sind. Die Linienführung ist damit auch für ungeübte Nutzer und Ortsfremde leicht nachvollziehbar, was Benutzungshemmnisse abbaut. In der Summe ergibt sich der in der Fachwelt so bezeichnete Schienen- bzw. Straßenbahnbonus. Sowohl in Deutschland als auch im Ausland gibt es eine Vielzahl von Beispielen dafür, wie durch die Umstellung von Bus- auf Schienenverkehr erhebliche Fahrgaststeigerungen erreicht werden konnten. Gleichzeitig ging der Autoverkehr in den Städten zurück. Auch die einschlägigen Statistiken des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) sind eindeutig: Deutliche Steigerungen der Fahrgastzahlen finden dort statt, wo attraktive Straßenbahn-, Stadtbahn- und U-Bahn-Systeme sind.

Fahrgastzahlen im Vergleich

Verkehrsmittelwahl Ι Der öffentliche Nahverkehr wird in Bremerhaven heute wenig genutzt: Nach der bundesweiten Erhebung „Mobilität in Deutschland“ sind die Einwohner in deutschen Großstädten durchschnittlich doppelt so oft mit Bus und Bahn unterwegs. Zahlenvergleiche wie dieser zeigen das erhebliche Neukundenpotenzial, welches in Bremerhaven mit einer attraktiven Straßenbahn erschlossen werden könnte.

Städtevergleich Ι Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs in Bremerhaven und in ähnlich großen Städten mit Straßenbahn: Das Fahrgastaufkommen ist in den Straßenbahnstädten durchweg wesentlich höher. (Quelle: VDV)

Freiburg | Anfang der 1980er-Jahre befuhr die Straßenbahn nur noch ein veraltetes Rumpfnetz. Seitdem setzte man ein deutschlandweit richtungsweisendes Erweiterungsprogramm um, im Zuge dessen alle größeren Vororte an das Netz angeschlossen wurden.

Bremerhaven 1982 - Stilllegung der Straßenbahn

Bremerhaven zeigt wiederum, dass der Effekt auch umgekehrt zutrifft: Mit der Stilllegung der Straßenbahn im Jahre 1982 ging die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs fast um die Hälfte zurück. 1975, dem letzten Jahr mit Straßenbahnbetrieb auch am kompletten Wochenende und bis in die späten Abendstunden, zählte man über 25 Millionen Fahrgäste. Im vergangenen Jahrzehnt waren es dagegen nur noch zwischen 12 und 14 Millionen pro Jahr. Dieser Einbruch ist bei weitem nicht aus der heute gegenüber 1975 geringeren Einwohnerzahl Bremerhavens erklärbar, zumal die seit jeher vom städtischen Nahverkehr mitbedienten Nachbarkommunen Langen und Schiffdorf im selben Zeitraum deutlich gewachsen sind. Ebenso läuft die Entwicklung völlig gegen den Bundestrend, wonach öffentliche Verkehrsmittel in den alten Bundesländern heute eine insgesamt um etwa ein Drittel höhere Nutzung als in den 1970er-Jahren verzeichnen, in den Städten oft noch ganz deutlich mehr. Vielmehr bestätigt sich in Bremerhaven eine in vielen Städten gemachte Erfahrung: Zusammen mit der Straßenbahn verschwanden auch die Fahrgäste.

Verkehrsmittelvergleich Ι Die Anzahl der Fahrgäste des kommunalen öffentlichen Nahverkehrs ist in Deutschland seit Jahren stark steigend. Die Zunahme rekrutiert sich allerdings ausschließlich aus Städten mit Schienenverkehrsmitteln. (Quelle: VDV)

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