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Die Renaissance der Straßenbahn

Die Renaissance der Straßenbahn

Anders als in Deutschland ist das Verkehrsmittel Straßenbahn in vielen Ländern der Welt im Laufe der 1950er- und 1960er-Jahre mehr oder weniger vollständig verschwunden. Straßenbahnen vertrugen sich nicht mit den damaligen verkehrspolitischen Leitbildern, abgewirtschaftete technische Anlagen und fehlende Finanzmittel für substanzielle Modernisierungen taten ihr übriges. Der Weg einer alleinigen Förderung des Autoverkehrs erwies sich jedoch als Sackgasse. Immer größere Verkehrsprobleme und in Extremfällen die Verödung ganzer Innenstädte waren die Folge. Spätestens die Ölkrise 1973 zeigte außerdem die Grenzen der individuellen Motorisierung auf. Seit den späten 1970er-Jahren wird so der Wert eines attraktiven öffentlichen Verkehrs für das Funktionieren einer Stadt weltweit neu entdeckt. Als Königsweg erwies sich dabei vielerorts die Neueinführung der Straßenbahn in modernem Gewand.

 

 

 

 

Seit Anfang der 1980er-Jahre bis heute wurden weltweit in rund hundert Städten neue Straßenbahnsysteme für den Alltagsbetrieb eingeführt. Dazu kommen noch vielerlei Traditions- oder Demonstrationsstrecken. Gegenüber U-Bahnen grenzen sie sich dadurch ab, dass sie zumindest abschnittsweise im normalen Straßenraum verlaufen und nicht kreuzungsfrei sind. Die Entwicklung begann im nordamerikanischen Raum, später wurde dann vor allem Frankreich zum Schrittmacher. In vielen Ländern begann nach der Umsetzung erster Projekte ein regelrechter Domino-Effekt. Konzentrierten sich die Projekte anfangs naturgemäß erst einmal auf die großen Ballungsräume, ist die moderne Straßenbahn inzwischen auch in mittleren und kleineren Großstädten angekommen.

 

 

 

 

Die Entwicklung hat dabei in den letzten Jahren noch einmal deutlich an Dynamik gewonnen. Viele weitere neue Straßenbahnsysteme werden in den nächsten Jahren hinzukommen, und in den meisten Städten der ersten Stunde wird fleißig am weiteren Ausbau der Netze gearbeitet. Verantwortlich für diese Erfolgsgeschichte sind vor allem drei Faktoren: Deutlich mehr Fahrgäste, positive Effekte auf das Stadtbild und beides zu bezahlbaren Konditionen.

Verkehrspolitik im Wandel der Zeit

Iberische Halbinsel
1985

Abgesehen von der touristischen Bahn in Sóller auf Mallorca war die Straßenbahn aus Spanien vollständig verschwunden. In Portugal wandelte sie sich im Laufe der Zeit zum technischen Museum im Alltagsbetrieb.

Iberische Halbinsel
2012

In den letzten zehn Jahren wurde in beiden Ländern in großem Stil neu gebaut.

Frankreich
1975

Ganze drei Straßenbahnnetze der ersten Generation überlebten das Zeitalter der autogerechten Stadt.

Frankreich
2012

Seit 1985 werden neue Systeme eingeführt, inzwischen sind es mehr als zwanzig. Rund zehn weitere Städte werden in den nächsten Jahren folgen.

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