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Für eine lebenswerte Stadt

„Die Straßenbahn ist die städtebauliche Idee des Jahrhunderts“, so ein Zitat von Alain Chenard, der als Oberbürgermeister der französischen Stadt Nantes die dortige Wiedereinführung der Straßenbahn entscheidend voran gebracht hat. Was steckt hinter dieser Aussage? Moderne Straßenbahnstrecken schlagen keine brachialen Schneisen durch das Stadtbild, so wie dies so manche stark befahrene Hauptverkehrsstraße tut. Vielmehr lassen sie sich harmonisch in ihr Umfeld integrieren und setzen dabei gleichzeitig neue Impulse. Der Bau einer Straßenbahnstrecke bietet die Chance, den öffentlichen Raum neu zu gestalten und Urbanität zu schaffen: Mehr Grünflächen, mehr Bäume, mehr Platz für Fußgänger, schönere Plätze, und alles erreichbar mit einem attraktiven und emissionsfreien Verkehrsmittel. Die Trasse passt sich dabei ihrer Umgebung an und nicht umgekehrt. In vernachlässigten Vororten steht die moderne Straßenbahn in diesem Zusammenhang auch als Instrument der Stadterneuerung, etwa durch den Ausbau paralleler Fuß- und Radwege, den Rückbau überdimensionierter Straßen und die Förderung lokaler Infrastruktur um die Haltestellen herum. Die Menschen erhalten so ganz selbstverständlich die Möglichkeit, den Weg von und zur Straßenbahn mit ihren Einkäufen zu kombinieren, anstatt mit dem Auto zum Supermarktkomplex im nächsten Gewerbegebiet am Stadtrand zu fahren. Stadtteilzentren können gestärkt werden.

Orléans | Die Avenue de Paris vor und nach dem Straßenbahnbau: Eine gesichtslose Hauptverkehrsstraße wandelt sich zu einem attraktiven Boulevard.

Gerade die Kombination der gestalterischen Möglichkeiten und der Einbindung direkt in die Ortsteile machen die Straßenbahn stadtplanerisch wertvoll. Ansatz ist es, die Wege innerhalb der Stadt kurz zu halten und gleichzeitig eine nachhaltige und umfeldgerechte städtische Mobilität zu ermöglichen. Dahinter steckt die Besinnung darauf, dass die Stadt in erster Linie ihren Bewohnern gehört. Ziel ist eine Stadt, die selbst als Wohnstandort attraktiv ist, und die sich nicht nur noch dem Primat der aus dem Umland kommenden Pendler ergibt: Attraktive städtische Verkehrsangebote und lebenswerte Straßenräume statt verlärmte Ausfallstraßen, Zersiedelung und Fortzug der besser situierten Bevölkerung in das Umland. Dabei geht es nicht darum, das Auto zu verteufeln, sondern darum, eine wirkliche Alternative anzubieten.

Sevilla | Vor der weltberühmten Kathedrale fährt seit 2007 ganz unauffällig eine Straßenbahn. Gleichzeitig wurden neue Fußgängerzonen eingeführt. Der Altstadt bleiben damit täglich viele tausend PKW- und Busfahrten erspart.

Straßburg | In vielen französischen Straßenbahnstädten war es erklärtes Ziel, vernachlässigte Großwohnsiedlungen am Stadtrand besser mit den Zentren zu verbinden. Dies wurde kombiniert mit einer Aufwertung des öffentlichen Raums.

Zaragoza Ι Eine perfekte Symbiose aus städtischem Platz und Verkehrsanlage: Straßenbahnhaltestellen lassen sich harmonisch in ihre Umgebung einfügen und sind keine Fremdkörper.

Linz Ι Im südlichen Stadtgebiet entstand in den vergangenen Jahren die „solarCity“, ein Sozialwohnungsprojekt in Niedrigenergiebauweise. Zentraler Bestandteil ist ein fußgängerfreundliches Ortszentrum mit Läden, Arztpraxen und Gastronomie. Die in das Viertel verlängerte Straßenbahn fährt mitten über den zentralen Platz und schafft für die Bewohner eine schnelle Verbindung ins Linzer Zentrum.

Freiburg Ι Ein grünes Band führt mitten durch die Siedlung Vauban: Die Straßenbahn ist hier sowohl Parkanlage als auch hochattraktives Verkehrsmittel mit schnell erreichbaren Haltestellen.

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